Pollen erhöhen Blutdruck
Schätzungen zufolge reagieren weltweit etwa 20 Prozent der Erwachsenen allergisch auf Pollen. Forschende des Swiss TPH und der Universität Basel konnten nun erstmals einen Zusammenhang zwischen Pollenbelastung und Blutdruck herstellen.
Das Forschungsteam rund um Prof. Dr. Marloes Eeftens fand heraus, dass eine hohe Pollenkonzentration bei Allergikerinnen und Allergikern den Blutdruck erhöhen kann. Die Studie, die in der Fachzeitschrift «Environmental Research» veröffentlicht wurde, zeigt, dass der systolische und diastolische Blutdruck an Tagen mit sehr hohen Pollenkonzentrationen um 2,0 mmHg respektive 1,5 mmHg ansteigt. Die Auswirkungen auf den Blutdruck waren bereits bei geringen Pollenkonzentrationen zu beobachten und nahmen mit zunehmender Pollenkonzentration in der Luft kontinuierlich zu.
Der Effekt war bei Frauen und Personen mit einem hohen Body-Mass-Index deutlich stärker ausgeprägt. «Auch wenn es sich um einen eher kleinen Effekt auf den Blutdruck handelt, kann er angesichts der grossen Bevölkerungsgruppe, die er betrifft, eine erhebliche Belastung für die öffentliche Gesundheit darstellen», so die Doktorandin Alexandra Bürgler, Erstautorin der Studie. «Andere Studien haben auf einen Zusammenhang zwischen hoher Pollenkonzentration und steigenden Hospitalisierungen hingewiesen. Unsere Ergebnisse tragen zur Evidenz bei, dass Pollenallergien ein wachsendes Problem für die öffentliche Gesundheit sind». Frühere Studien haben gezeigt, dass der Klimawandel zu einer längeren und intensiveren Pollensaison in der Schweiz und in ganz Europa geführt hat. Auch der Anteil der allergischen Bevölkerung hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen.

«Es ist wichtig, dass die Erkenntnisse, die wir gewonnen haben, nun in die Politik einfliessen können, zum Beispiel in Bezug auf Stadtplanung und Biodiversität», sagt Prof. Dr. Marloes Eeftens, Studienleiterin und Gruppenleiterin am Swiss TPH. «Bäume in der Stadt sind wichtig, um Schatten zu spenden – insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel – aber es gibt Alternativen zu hochallergenen Birken. Daher ist es wichtig, dass die gesundheitlichen Auswirkungen allergener Bäume in der Stadtplanung künftig stärker berücksichtigt werden».
© Oleksandr Ryzhkov | Dreamstime<br />

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