Resistenz von Melanomen verstehen
Hautkrebs
Forscher der Universität Zürich (UZH) und des Universitätsspitals Zürich (USZ) haben herausgefunden, dass ein spezifischer Faktor im Sekret von Tumorzellen für die Resistenzbildung beim schwarzen Hautkrebs verantwortlich ist. Die Erkenntnisse aus dieser Studie könnten den Weg für neue und effektivere Therapien ebnen, um Patienten mit metastasierendem Melanom zu helfen, wie die UZH mitteilt.
Obwohl es bereits wirksame Medikamente gegen das metastasierende Melanom gibt, entwickeln viele Patienten entweder von Anfang an eine Resistenz oder bilden sie im Verlauf der Behandlung aus. Lukas Sommer, Professor für Stammzellbiologie an der UZH, hat gemeinsam mit seinem Forschungsteam einen Mechanismus identifiziert, der die Wirkung der Therapie blockiert und somit zu Therapieresistenzen führt.
Die Forschenden nutzten eine innovative Feinnadelbiopsiemethode, um vor und während der Therapie Zellen aus den Tumoren zu entnehmen und individuell zu analysieren. Dabei konnten sie feststellen, dass das Gen POSTN eine Schlüsselrolle bei resistenten Tumoren spielt. Tumore von Patienten, bei denen die Krankheit trotz Behandlung voranschritt, wiesen erhöhte POSTN-Spiegel auf. Zusätzlich zeigte sich in der Mikroumgebung dieser Tumore eine vermehrte Anzahl eines bestimmten Makrophagen-Subtyps, der die Krebsentstehung begünstigt.

Ansatzpunkt für Therapiestrategien

Weitere Experimente mit menschlichen Krebszellen und Mäusen bestätigten, dass das Zusammenspiel von erhöhtem POSTN-Spiegel und diesem Makrophagen-Typ zur Resistenzbildung führt. Der POSTN-Faktor bindet an Rezeptoren auf der Oberfläche der Makrophagen «Deshalb kann die gezielte Therapie ihre Wirkung nicht mehr entfalten», so Sommer. Dieser Mechanismus biete einen vielversprechenden Ansatzpunkt für zukünftige Therapiestrategien.
Lukas Sommer betont die Möglichkeit, gezielt gegen bestimmte Makrophagentypen in der Tumorumgebung vorzugehen, um die Resistenzbildung zu überwinden. Durch die Kombination dieser Erkenntnisse mit bereits bekannten Therapien könnte die Behandlungserfolgsrate bei Patienten mit Melanom erheblich verbessert werden.
Jelena Vasilevska et al. Monitoring melanoma patients on treatment reveals a distinct macrophage
population driving targeted therapy resistance. Cell Reports Medicine. 27 June 2024.
DOI: 10.1016/j.xcrm.2024.101611
© Aleksandr Malikov | Dreamstime

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